02 Sep

Annual Mykola Haievoi Lecture 2026: Vortrag von Karl Schlögel

Termin:

Mi.:
Vortrag

2. September 2026

Ort:

Bayerische Akademie der Wissenschaften (BAdW) Alfons-Goppel-Str. 11 (Residenz) 80539 München

Oberstdorf, ca. 1917

ANNUAL MYKOLA HAIEVOI LECTURE 2026

"Die ukrainische Spur oder: die verlorene Unschuld der deutschen Provinz"

Die Annual Mykola Haievoi Lecture ist ein künftig jährlich stattfindendes Vortragsformat des Mykola-Haievoi-Zentrums für moderne Geschichte, zu dem das Zentrum einmal im Jahr eine herausragende Persönlichkeit aus Wissenschaft oder Öffentlichkeit zu einem öffentlichen Vortrag einlädt. Den Auftakt bildet Prof. Karl Schlögel mit seinem Vortrag „Die ukrainische Spur oder: die verlorene Unschuld der deutschen Provinz“, der in Kooperation mit der Bayerischen Akademie der Wissenschaften veranstaltet wird. An den beiden darauffolgenden Tagen findet die Jahreskonferenz des Zentrums „Reckoning and Remembrance: Germany, Ukraine, and the Second World War after 1945“ statt.

Vortragssprache: Deutsch

ZUR ANMELDUNG

PROGAMM

Begrüßung
Prof. Dr. Martin Schulze Wessel, Lehrstuhlinhaber für Geschichte Ost- und Südosteuropas an der LMU München und Direktor des Mykola-Haievoi-Zentrums für moderne Geschichte

Vortrag von Prof. Dr. Karl Schlögel
Millionen von Deutschen waren im besetzten Europa unterwegs, auch in der Ukraine: als Angehörige der Wehrmacht, Verwaltungsbeamte, Logistik- und Kulturexperten, Mitglieder von Einsatzkommandos. Was sie gesehen und erlebt hatten, fand zurück in die deutsche Provinz, aus der sie gekommen waren – zum Beispiel ins Bayerische, Schwäbische oder ins Allgäu – und wo es gleichsam versickerte: eine lange unsichtbar gewordene ukrainische Spur.

Kommentar von Prof. Dr. Yuri Shapoval mit anschließender Diskussion

Karl Schlögel ist einer der profiliertesten Kenner Osteuropas, von 1990 bis 1994 war er Professor für Osteuropäische Geschichte an der Universität Konstanz und von 1994 bis zu seiner Emeritierung 2013 Professor an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder). Er ist vielfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Gerda Henkel Preis 2024 und dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2025.

Yuri Shapoval ist einer der renommiertesten Historiker der ukrainischen Geschichte des 20. Jahrhunderts, insbesondere der sowjetischen Zeit. Er ist Professor am Institut für politische und ethnonationale Studien der Nationalen Akademie der Wissenschaften der Ukraine und Senior Researcher am Mykola-Haievoi-Zentrum für moderne Geschichte.

Moderation
Franziska Kokorsch, Koordinatorin am Mykola-Haievoi-Zentrum für moderne Geschichte

Das Mykola-Haievoi-Zentrum für moderne Geschichte ist ein gemeinsam von der LMU München und der Ukrainischen Katholischen Universität in Lviv getragenes Forschungszentrum unter der Leitung von Prof. Dr. Martin Schulze Wessel und Prof. Dr. Yaroslav Hrytsak. Gegenstand der Forschung ist die Herrschaft der zwei großen verbrecherischen Regime der europäischen Geschichte des 20. Jahrhunderts – des nationalsozialistischen Deutschlands und der Sowjetunion unter Stalin – in der Ukraine sowie die umstrittene Erinnerung an ihre Massenverbrechen. Das Zentrum ist nach dem UCU-Doktoranden Mykola Haievoi benannt, der als Doktorand am Zentrum forschen sollte, sich freiwillig zur Verteidigung seiner Heimat meldete und am 27. August 2024, nur wenige Wochen vor der Eröffnung des Zentrums, im Einsatz fiel.